DBMM-Schlachtberichte

Hier veröffentliche ich in loser Folge Berichte von einigen meiner mit dem Tabletop-Regelsystem De Bellis Magistrorum Militum (DBMM) ausgefochtenen Schlachten. Vieles ist für den nicht DBMM-Spieler wegen der vielen Abkürzungen und speziellen Begriffe nicht unbedingt verständlich - ich hoffe, die Berichte bringen trotzdem die Spannung und Dramatik der einzelnen Schlachten rüber ⁣   

Nachfolgend einige Auflösungen für in den Schlachtberichten häufig verwendete Abkürzungen für die eingesetzten Truppen:

Reiterei

Cm = Camelry
Cv = Cavalry
El = Elephants
Exp = Expendables
Kn = Knights
LH = Light Horse

Fußtruppen

Ax = Auxilia
Bd = Blades
Bw = Bows
Hd = Hordes
Pk = Pikes
Ps = Psiloi
Sh = Shot
Sp = Spears
Wb = Warband

Tross

Art = Artillery
Bge = Baggage
WWg = War Wagons

Qualität

I = Inferior
F = Fast
O = Ordinary
S = Superior
X = Exception

Organisation

Reg = Regular
Irr = Irregular

Beispiel: Reg Bd (O) heißt aufgelöst Regular Blade Ordinary und bezeichnet reguläre, mit Schwertern ausgerüstete, von ihrer Ausbildung und Erfahrung her gewöhnliche Soldaten (z.B. römische Legionäre).

Die Abkürzung PIP bedeutet "Player Initiative Points", das sind die von den Generälen der verschiedenen Kommandos in jedem Spielzug ausgewürfelter Befehlspunkte, die für das Bewegen der Truppen ausgegeben werden dürfen.


Teutonic Orders vs Burgundian Ordonnance
23.02.2020

Jans Burgunder waren die Invasoren, mein Deutscher Orden hat verteidigt. Das Gelände lag günstig für mich, mit einem großen Sumpf auf Seiten der Burgunder, der ihr Aufmarschgebiet praktisch geteilt hat, außerdem lagen einige Wälder auf der rechten Seite des Schlachtfelds. Links lag gar kein Gelände.

(1)

(1) Die Burgunder mussten, obwohl sie Invasoren waren, trotzdem als Erste aufstellen. Der Burgunderherzog Karl der Kühne ist ein Inert-General, weshalb er eine relativ große Anzahl an Truppen ins Feld führen konnte. Von links nach rechts (aus der Perspektive des Deutschen Ordens) standen zwischen linker Tischkante und dem Sumpf: ca. 20 Pk (O), ca. 10 Bw (X), 7 Art (O/I). Im Sumpf standen noch ein paar Bw (O) und Plänkler. Rechts vom Sumpf stand ein Kommando mit überwiegend Kn (O) und einigen LH.

Der Deutsche Orden hat von links nach rechts ein Kommando mit 7 LH (O) und 3 Kn (S), zwei Kommandos mit je 3 doppelbasierten Kn (S) und 4 Cv (O) bzw. Cv (I) und dahinter versetzt ein Kommando mit 5 alliierten Medieval German Kn (O) aufgestellt. Ein Lager hat der Orden nicht mitgeführt.

Das LH (O)-Kommando sollte die Pk (O) beschäftigen, eines der Kn (S)-Kommandos sollte versuchen, frontal durch die Bw (X) (die im Nahkampf als Sp (O) gelten) durchzubrechen. Das alliierte Kn (O)-Kommando habe ich nach rechts geschickt, um die burgundischen Kn (O) in der Engstelle zwischen dem Sumpf und dem Wald abzufangen und möglichst lange aufzuhalten. Leider wusste ich nicht so recht, was ich mit dem zweiten Kn (S)-Kommando anfangen sollte, denn ich wollte damit weder die Art (O/I) noch die Pk (O) attackieren. Ich habe es trotzdem zuerst nach links rüber geschickt, falls sich gegen die Pk (O) eine Gelegenheit ergibt...

Die LH (O) haben die Pk (O) ordentlich unter Druck gesetzt. Leider ist ganz zu Beginn ein zweimaliger Versuch, hart zu flankieren, fehlgeschlagen. Trotzdem habe ich die ganze Partie über nur 2 LH (O) gegen die Pk (O) verloren und konnte einige Pk (O) vernichten, da ich diese durch einen schnellen Angriff in einem Zustand, in dem sie noch nicht vollständig formiert waren, erwischt hatte und es somit auch mal Overlaps zu meinen Gunsten gab. Insgesamt haben die LH (O) die ganze Schlacht über immer wieder attackiert und die Pk (O) stetig ausgelaugt.

(2)

(2) Das eine Kn (S)-Kommando konnte sehr rasch erfolgreich durch die Bw (X) durchbrechen. Sie mussten eine Runde Beschuss durch die Bw (X), die im Fernkampf als Bw (S) gelten, über sich ergehen lassen. (Ich weiß gerade nicht mehr, ob ich von den mitkämpfenden Cv (O) welche durch Beschuss eingebüßt hatte oder in späteren Kämpfen, zumindest wurden im Laufe der Schlacht 3 der 4 Cv (O) aus diesem Kommando vernichtet...)

(3)

(3) Leider haben die alliierten Kn (O) viel kürzer gegen die aus der rechten Hälfte anrückenden Kn (O) durchgehalten, als gedacht, und wurden schließlich vollständig aufgerieben. Ich habe deshalb mein zweites Kn (S)-Kommando, das schon auf dem Weg nach links war, zurückbeordert, um sich den Kn (O) in den Weg zu stellen, bevor sie mir in den Rücken fallen können. Inzwischen haben das andere Kn (S)-Kommando und die LH (O) so viel Schaden anrichten können, dass die burgundische Armee bereits kurz vorm Zusammenbrechen war.

Ich wollte deshalb mit meinen Kn (S) gegen die von rechts vorrückenden Kn (O) nur verzögern und mich nicht mehr dem Kampf stellen, weil ich befürchtete, aufgrund der breiteren Front der gegnerischen Kn (O) von diesen hart flankiert zu werden. Hier ist leider ein ärgerlicher Fehler passiert, der weder mir noch Jan während des Spielens aufgefallen war und mir erst am nächsten Tag beim Nachlesen der Regeln bewusst wurde: Ich habe meine doppelbasierten Kn (S) mittels Einzelelementbewegung vor den Kn (O) zurückbewegt, aber vergessen, dass eine derartige Rückwärtsbewegung eines Doppelelements 2 PIPs statt 1 PIP kostet.

(4)

(4) Die Burgunder wurden noch zwei oder drei Runden im Zentrum weiter dezimiert, die LH (O) attackierten die Pk (O) nun auch im Rücken. Als nächstes wäre die burgundische Art (O/I) quasi schutzlos den Angriffen der Kn (S) ausgesetzt gewesen, aber die Schlacht wurde an dieser Stelle durch Kapitulation der Burgunder beendet.

Ohne den PIP-Fehler bei der Rückwärtsbewegung hätte ich mich mit meinen Kn (S) dem Kampf mit den anrückenden Kn (O) gestellt. Ich hatte auch noch eine Cv (I), um eine Flanke von den Kn (S) zumindest eine Runde lang zu decken. Es wäre dann auf das ausgewürfelte Kampfergebnis angekommen - ob meine Kn (S) in der ersten Kampfrunde erfolgreich gewesen wären oder die burgundischen Kn (O) dem Ansturm standgehalten hätten und meine Kn (S) auf kurz oder lang hätten flankieren und gegebenenfalls somit vernichten können. Das hätte meine Verluste dann eventuell so in die Höhe getrieben, dass die Burgunder die Schlacht gewonnen hätten. Es wäre auf jeden Fall ein knappes Ergebnis geworden.


Teutonic Orders vs Early Russians
21.06.2020

Am 21.06.2020 gab es das erste DBMM-Spiel nach fast vier Monaten Corona bedingter Pause. Mein Deutscher Orden trat gegen Franks Frühe Russen an, für letztere Armee, die soeben fertig bemalt worden war, war es die allererste Bewährungsprobe auf dem Feld. Wir haben 240 Punkte gespielt, was ich mit dem Deutschen Orden ungern mache, weil ich die doppelbasierten Ritter im Keil dann nicht einsetzen kann/will.

Ich habe eine reine Reiterarmee aufgestellt, natürlich überwiegend aus Rittern, mit Unterstützung von einiger Kavallerie und leichter Reiterei. Leider habe ich einen irregulären Ritter mitgeführt (um auf das Maximum an Rittern zu kommen, und weil die ME-Verteilung dadurch optimal war), der sich bzw. die ganze Gruppe, der er zugeordnet ist, schwerfälliger manövrieren lässt, als der reguläre Rest, solange er nicht geradeaus reitet - aber ich bin das Risiko eingegangen, da er dem C-in-C-Kommando mit den höchsten PIPs zugeordnet war und ich sowieso nur vorhatte, geradeaus zu stürmen. Franks Russen waren bis auf zwei Ritter komplett irregulär und bestanden hauptsächlich aus Kavallerie sowie Speerträgern nebst einigen Bogenschützen.

Meine Ritter haben einen "Quickkill" gegen Kavallerie, von daher war mein Plan, die Kavallerie möglichst schnell und frontal zu überrennen; die russischen Speerträger, die sich nur sehr schwerfällig manövrieren lassen, wollte ich möglichst so lange ignorieren, bis die Ritter mit der Kavallerie fertig sind.

(1)

(1) Frank war Verteidiger, ich war Angreifer. Ich habe zwei kleine Sümpfe gelegt (einen mittig auf Franks Seite, einen an meiner linken Seite), Frank legte einen mittelgroßen Wald auf meiner Seite. Die Russen mussten zuerst aufstellen, was sehr vorteilhaft für die Ordenstruppen war.

Die Ordenstruppen, die als Zweites aufstellen mussten, haben ihre Truppen vollständig auf der linken Seite konzentriert. Die Russen mussten als Erstes aufstellen und haben ihre Truppen über das gesamte Feld verteilt platziert (ganz links die leichte Reiterei, links und rechts die Kavallerie, dazwischen Speerträger).

Die Ausgangslage stellte sich also als sehr vorteilhaft im Sinne meines Plans dar. Voraussichtlich konnte ich mich erst einmal in Ruhe um das linke Kavallerie-Kommando der Russen kümmern, indem ich einfach geradeaus voran stürme. Die russische leichte Reiterei ganz links außen würde von meiner gegenüber platzierten leichten Reiterei in Schach gehalten, die Speerträger standen recht "nutzlos" in der Gegend herum, und die russische Kavallerie auf der rechten Seite war weit weg.

(2)

(2) Nach ein paar Zügen hatten die Ordensritter und die leichte Reiterei die russische Kavallerie bzw. russische leichte Reiterei erreicht und die Kämpfe begannen. Sie waren anfangs doch zäher als erwartet, aber schließlich bekam der Orden die Oberhand. Die russische leichte Reiterei wurde vernichtet und die Kavallerie nach und nach aufgerieben.

Die russischen Berittenen vom rechten Flügel machten sich auf den Weg zur Unterstützung des linken Flügels, was länger dauerte, als erwartet, da es noch zu Koordinierungsproblemen mit den beiden russischen Rittern kam. Die russischen Speerträger versuchten, sich umzuorganisieren, um sich der linken Hälfte des Schlachtfelds zuzuwenden, aber bedingt durch deren Irregularität verbrauchte dieser Versuch endlos viele PIPs, und die Sache ging sehr langsam voran. (Und, nicht zu vergessen, zwei Elemente russische leichte Reiterei machten sich auf der rechten Seite um den Wald herum auf den weiten Weg zum Lager der Ordenstruppen, kamen aber aufgrund von PIP-Notstand ebenfalls nicht allzu schnell voran und wurden von der Ordensgeneralität zwar beobachtet, aber erst einmal ignoriert.)

(3)

(3) Der Plan war bis jetzt also ziemlich gut aufgegangen, trotzdem wurde es im letzten Drittel der Schlacht noch einmal kritisch, als der Platz am linken hinteren Rand des Schlachtfelds immer enger wurde, die ganze Situation immer chaotischer wurde und sich die Gruppen mehr und mehr in Einzelelemente auflösten. Hier hatten die Ordensgeneräle Probleme, die Truppen so zu organisieren, dass nicht doch noch alles durch unvorsichtige Angriffsmanöver riskiert wurde, indem die vereinzelten Ritter-Elemente Opfer von russischen Flanken- oder gar Rückenangriffe wurden. Die Armeen des Deutschen Ordens sind im Allgemeinen so organisiert, dass schon der Verlust einiger weniger, hochwertiger Truppen der ganzen Armee das Genick brechen kann. Sogar der Hochmeister (C-in-C) der Ordenstruppen selbst stand kurz davor, umzingelt zu werden durch die von der rechten Seite nachrückende russische Kavallerie.

(4)

(4) Mit viel Glück und ein wenig Können konnten die Ordenstruppen alle brenzligen Situationen entschärfen. Dann war die Schlacht rasch zu Ende: Oben sind fast alle berittenen Russen vernichtet, die russischen Speerträger stehen quasi unangetastet da, aber sie konnten nichts bewirken. Links haben sich Ordensverbände aus leichter Reiterei und Kavallerie formiert, um den Speerträgern in den Rücken zu fallen oder die beiden russischen leichten Reiter zu attackieren, die im Laufe der Schlacht um den Wald herumgeritten sind. Die russische Armee ist gebrochen, die Verluste des Deutschen Ordens betrugen 3 Ritter (1 Kn (S), 2 Kn (O)) und 2 leichte Reiterei (2 LH (O)).

Frank und ich haben beide wieder einiges gelernt! Die Russen waren in ihrer ersten Feuertaufe nicht sonderlich erfolgreich, aber es war ihr erster Einsatz gegen eine Armee, mit der ich mittlerweile schon über etwas Erfahrung verfüge, und die Russen sind eine schwer zu spielende Armee, für die man erst mal Erfahrung sammeln muss. Die Konstellation Ritter vs Kavallerie war schon sehr unglücklich für die Russen.

Ich selbst habe, vor allem in der Anfangsphase, einiges richtig gemacht dieses Mal (im Unterschied zu den meisten früheren Spielen), aber nach wie vor das Problem, das Ganze dann auch bis zum Ende richtig durchzuziehen: Mit der Organisation auf der Mikroebene in den Spätphasen der Schlachten, wenn das Chaos um sich greift und sich die Kommandos in Einzelelemente auflösen, habe ich immer noch Probleme (zumal die Konzentration nach stundenlangem Gefecht auch nachlässt). Und wieder, wie fast jedes Mal, kam ich in die Situation, dass mindestens eines der Kommandos recht planlos umherzieht und ich gar keine richtige Aufgabe im Spiel dafür finde (in diesem Fall das kleinere der beiden Ritterkommandos).

Wenigstens konnte ich bei dieser Schlacht die Erfahrung sammeln, von Anfang an einen Plan zu haben, der im Prinzip auch durchgezogen wurde und funktioniert hat - was sonst nicht immer der Fall ist ;-)


Italian Condotta vs Medieval German
28.06.2020

Am 28.06.2020 war es endlich so weit und meine neue Armee der Serenissima Repubblica di San Marco, vulgo: Venedig, erhielt ihre Feuertaufe. Leider haben sie sie nicht bestanden. Dennoch war es eine der spannendsten 240-Punkte-Schlachten seit langem, und noch dazu in einer historisch korrekten Konstellation: Meine Venezianer-Liste entstammte dem Zeitraum nach 1496, Jan ließ seine "Medieval Germans" nach 1486, angeführt von Georg von Frundsberg, aufmarschieren, der tatsächlich 1513 eine numerisch überlegene venezianische Armee geschlagen hatte (der bekannte Spruch "Viel Feind', viel Ehr'!" wurde damals von ihm als Wahlspruch gewählt). Trotzdem wäre es mir lieber gewesen, das Resultat nicht ganz so historisch korrekt zu simulieren, zumal meine Venezianer nicht einmal zahlenmäßig überlegen waren ;-)

Ich wollte den Truppentyp "Schützen" (Shot) ausprobieren, den ich noch nicht kannte, und nahm das Maximum (6 Elemente), mit. Außerdem hatte ich noch Piken (Pk (O)) und Ritter (Kn (O)). Jans deutsche Armee bestand hauptsächlich aus Piken (Pk (O)), einigen irregulären Schwertkämpfern (Bd (O)) und Rittern (Kn (O)). Ich war Verteidiger und musste als Erster aufstellen. Als Gelände legte ich ein mittelgroßes Enclosed Field, um meine Flanke zu schützen (die beiden kleinen Weinberge, die ich noch wählte, konnten nicht gelegt werden); Jan legte einen kleinen Difficult Hill und einen kleinen Rough Hill.

(1)

(1) Ich positionierte mein Pikenkommando links (ihre linke Flanke wurde vom Enclosed Field geschützt). Rechts daneben und ein wenig nach hinten versetzt meine Schützen, in deren Kommando außerdem noch je zwei Elemente Schwertkämpfer (Bd (F)) und Plänkler waren. Meine Ritter, die außerdem von drei Elementen leichter Reiterei begleitet wurden, standen hinter dem Schützenkommando. Mein Lager befand sich weit links hinten, mit Weinfässern und so, wie es sich für Italiener gehört! Dem Schützenkommando hatte ich die höchsten PIPs zugeteilt, dem Ritterkommando die zweithöchsten, dem Pikenkommando die niedrigsten.

Jan platzierte seine Piken exakt meinen gegenüber. Rechts daneben standen seine Schwertkämpfer, die von vielen Plänklern (die noch weiter rechts standen) begleitet wurden. Hinten mittig zwischen beiden Kommandos standen seine Ritter in einer Marschkolonne formiert.

Mein Plan bestand darin, mit meinen Rittern ganz rechts außen über den kleinen Rough Hill drüber zu reiten und den Deutschen in die Flanke zu fallen (meine beiden Plänkler sollten den Hügel vorab besetzen und die Flanke meiner Ritterkolonne sichern). Die Schützen sollten sich, flankiert von den Schwertkämpfern, in eine möglichst gute Position bewegen, wobei sie von der leichten Reiterei aus dem Ritterkommando unterstützt werden sollten. Die zahlenmäßig unterlegenen Piken links sollten möglichst so lange gegen die deutschen Piken aushalten bzw. verzögern, bis rechts eine Entscheidung gefallen war.

Da ich den ersten Zug hatte, begann ich also recht aktionistisch und am Anfang auch noch ebenso zuversichtlich, ihn in die Tat umzusetzen.

(2)

(2) (1) Meine Ritter haben den Rough Hill fast überquert, die beiden Plänkler tun gute Dienste, indem sie deren Flanken schützen. (2) Die deutschen Schwertkämpfer haben sich schräg ausgerichtet. Ich sehe leider keine andere Möglichkeit für meine Schützen, als sich Ihnen entgegen zu stellen. (3) Die leichte Reiterei eilt herbei, um sich den Schützen anzuschließen. (4) Die Piken haben sich um 180° gedreht und weichen leicht zurück, um Zeit zu gewinnen.

(3)

(3) (1) Die Ritter haben sich endlich in Angriffsstellung formiert - leider mindestens eine Runde zu spät. (2) Meine beiden Schwertkämpfer wurden von deutschen Rittern vernichtet (immerhin ist es einem von ihnen gelungen, zuvor einen doppelbasierten deutschen Elite-Ritter zu vernichten). Mein General wird gerade in die Zange genommen und hart flankiert. Diesen Kampf wird er nicht überleben. (3) Von meinen Schützen ist nicht mehr viel übrig, die deutschen Schwertkämpfer haben ihnen den Garaus gemacht. Das Schützenkommando ist damit gebrochen. (4) Die leichte Reiterei hält tapfer gegen die deutschen Piken aus; sie wird immer wieder zurückgeworfen und greift dann erneut an. (5) Das deutsche Pikenkommando hat sich geteilt. Der kleinere Teil kämpft gegen mein Pikenkommando. Leider bin ich nicht so viele Reihen tief gestaffelt wie die Deutschen und habe damit weniger Kampfkraft, aber ich kann links überlappen und nächste Runde sogar hart flankieren.

(4)

(4) (1) Meine Attacke mit den Rittern kommt zu spät und ist ziemlich unkoordiniert. Ich kann nicht mit allen Rittern zugleich angreifen, weil ich noch deutsche Plänkler aus dem Weg räumen musste. Dadurch stehen einige Ritter vereinzelt und werden nächsten Runde von deutschen Rittern im Verbund mit Schwertkämpfern in die Zange genommen. (2) Von meinem Schützenkommando ist nichts mehr übrig, außer einem fliehenden Plänkler. (3) Eines von drei Elementen leichter Reiterei musste mittlerweile gegen die deutschen Piken dran glauben, die beiden anderen wurden in dieser Phase weit zurückgeworfen, aber sie leben noch! (4) Am linken Rand der Schlacht geht der Pikenkampf weiter. Leider hatten nicht alle von mir hart flankierten Angriffe Erfolg. Es steht gerade unentschieden: zwei deutsche Piken und zwei venezianische Piken sind vernichtet.

(5)

(5) Der Endstand. (1) Von meinem Ritterkommando ist nicht mehr viel übrig. Auch der C-in-C wurde inzwischen vernichtet. Man sieht bei den mit Sternchen * markierten Positionen noch, wo die deutschen Ritter meine Ritter hart flankiert und ausgelöscht haben. (2) Die deutschen Piken gewinnen gegen meine Piken allmählich die Oberhand, da sie viele Einheiten aus der rechten Pikengruppe, die außer den beiden venezianischen leichten Reitern keine Gegner mehr haben, nach links abziehen.

Die Schlacht ist beendet, die Armee der Serenissima ist gebrochen!

Die Schlacht war wirklich überaus spannend und wurde mit großem Tempo geführt, in jeder Runde ging es zur Sache, ohne dass Langeweile aufkam. Es begegneten sich zwei sehr ähnliche Armeen des europäischen Spätmittelalters, was in einem recht ausgeglichenen Spiel mit viel Taktiererei auf beiden Seiten resultierte. Ich hoffe, Jan und ich werden noch oft in einer ähnlichen Konstellation aufeinander treffen, zumal diese Armeen viele Variationsmöglichkeiten auf beiden Seiten, was die Truppenzusammenstellung betrifft, bieten!

Ich bin ziemlich forsch vorgegangen, aber immerhin nicht total planlos, was mir lieber ist als früher, als ich manchmal ohne rechten Plan nur zögerliche Züge unternommen habe.

Der Ritterzug über den Hügel hinweg war mutig und hat die deutsche Generalität ein wenig überrascht, aber er erreichte leider erst so spät sein Ziel, dass mein Schützenkommando in der Mitte bereits gebrochen war. Ich hatte damit gerechnet, dass Jan alle seine Ritter gegen meine, die über die rechte Flanke anrückten, positionieren würde. Statt dessen hat er einige Ritter verwendet, um meine beiden Schwertkämpfer zu vernichten, die ansonsten den Schützen hätten Hilfestellung leisten können. Mit den Schützen hätte ich nicht so rasch vorpreschen, sondern verzögern sollen. Ich muss definitiv noch üben bzw. experimentieren, wie ich die Schützen am effektivsten einsetzen kann. Ich weiß natürlich auch, dass es dumm ist, sie ausgerechnet gegen Schwertkämpfer (Blades) einzusetzen, habe aber "in der Hitze der Schlacht" angesichts der Gesamtsituation keine andere Möglichkeit gesehen... Alles in allem ganz gut lief es auf der linken Seite, wo die deutschen Piken recht lange gegen eine venezianische Unterlegenheit in Schach gehalten wurden.


Early Byzantine vs Later Pre-Islamic Arab
12.07.2020

Am 12.07.2020 fand eine der spannendsten Partien der letzten Zeit statt! Meine neuen Early Byzantines traten in einem historisch korrekten, im 6. Jahrhundert n. Chr. angesetzten 400-Punkte-Match gegen Guidos Later Pre-Islamic Arabs an. Die Byzantiner sind hochmotiviert gestartet und wurden dennoch leider vernichtend geschlagen ⁣⁣   Sie konnten in keiner Phase ihre eigentliche Stärke, die Beweglichkeit, ausspielen, weil das Gelände extrem ungünstig lag und die Araber sich sehr gut positioniert hatten. Außerdem waren ihre Kampfergebnisse durchweg so schlecht, wie ich es selten in einem Spiel erlebt habe - sehr frustrierend!

(1)

(1) Die Araber mussten als Erste aufstellen und positionierten sich quasi über die ganze Breite des Schlachtfelds. Die Armee bestand hauptsächlich aus Blades (Inferior), außerdem führten sie Bows, Psiloi, Cavalry und Light Horse mit. Und zwar, da sie irreguläre sind, eine ganze Menge, verteilt auf vier Kommandos (inkl. Allierten). Die reguläre und somit vergleichsweise kleine byzantinische Armee stellte als Zweites auf. Sie bestand aus drei Kommandos: 1. Cavalry und Light Horse (beide Superior), 2. Light Horse und Psiloi (beide Superior), 3. Blades und Psiloi (erstere Inferior, letztere Ordinary). Kommando Nr. 1 war das C-in-C-Kommando.

Der Plan der Byzantiner war, auf der rechten Seite, wo vergleichsweise mehr Platz war und keine schwere arabische Infanterie stand, mit der Reiterei die Entscheidung zu suchen, während die Blades eine Defensivstellung gegen die linke Seiten einnehmen sollten. Leider musste das Kommando Nr. 1 mit der Cavalry und den Light Horse zuerst einen Rough Hill durchqueren, um nach rechts zu eilen, was einiges an Zeit beanspruchte. Während dessen konnten sich die Araber auf der rechten Seite gut positionieren. Außerdem gelang es den Arabern, ihre schwer zu manövrierenden irregulären Blades trotzdem auf einen langen Marsch nach rechts in Richtung der byzantinischen Blades zu schicken. Hier hatten es die Byzantiner versäumt, ein paar Einheiten als Marschbremse aufzustellen. Die wenigen byzantinischen Blades mussten notgedrungen Stellung gegen die heranrückenden arabischen Blades einnehmen und das Beste hoffen.

(2)

(2) Die heraneilende Masse der arabischen Blades bewirkte die folgenschwerste Fehlentscheidung auf Seiten der Byzantiner, nämlich das Kommando Nr. 1 zu teilen und die Cavalry Superior, die beste Truppe der Byzantiner, nach links rüber zu den Blades zu schicken, um potentiellen Durchbrüchen der Araber entgegenwirken zu können. Damit hat die Cavalry letztlich am Kampf kaum teilgenommen.

Die byzantinischen Light Horse der Kommandos Nr. 1 und 2 positionierten sich am rechten Tischrand mehrere Reihen tief gestaffelt in Angriffsposition gegenüber der arabischen Reiterei. Aber die Light Horse der Byzantiner haben es, obwohl sie in großer numerischer Stärke antraten, dort nicht geschafft, größeren Schaden anzurichten, zumal die Araber geschickt ihre Cavalry durch ihre eigenen Light Horse nach vorne hindurch bewegt haben. Nicht einmal ihr Superior-Status hat den byzantinischen Light Horse aufgrund der durchgängig miesen Kampfergebnisse hier geholfen...

(3)

(3) Die byzantinischen Blades wurden hart attackiert, aber der arabische Angriff war doch nicht so verheerend, wie erwartet. Die byzantinischen Light Horse oben rechts griffen immer wieder an, aber verloren die meisten Kämpfe und wurden nach und nach dezimiert. In der Mitte waren die meisten der byzantinischen Cavalry, die zur Unterstützung der Blades doch nicht in voller Stärke gebraucht wurden, in Angriffstellung formiert, aber die Situation auf Seiten der Araber, die sich im Schutz einer Düne positioniert haben, ließ einen sinnvollen Angriff nicht zu...

(4)

(4) Die byzantinischen Blades haben dem Ansturm der Araber im Zentrum zwar gut standgehalten, aber auf der rechten Seite waren nach den verlustreichen Kämpfen kaum noch byzantinische Light Horse übrig geblieben. Die byzantinische Cavalry steht in der Mitte immer noch unangetastet, aber nutzlos, herum. Das Light-Horse-Kommando Nr. 2 wurde schließlich gebrochen und die Verluste an anderen Stellen summierten sich (das byzantinische Lager wurde schließlich ebenfalls angegriffen), so dass die byzantinische Niederlage total war.

Das Spiel hat trotz des Ergebnisses viel Laune gemacht und ich freue mich auf die nächste Partie mit den Byzantinern! Vielleicht können sie dann ihre Stärke besser ausspielen, und mit fortschreitender Übung beherrsche ich die Armee dann hoffentlich auch immer besser...


Teutonic Orders vs Fatimid Egyptian
18.10.2020

Am 18.10.2020 kam es zu einem Aufeinandertreffen der Armeen der Fatimiden, von Guido kommandiert, und meinem Deutschen Orden. Die Ordenstruppen sind in Ägypten eingefallen, die Fatimiden waren folglich die Verteidiger und wählten einige Dünen und etwas flaches, raues Gelände. Eine der Dünen wurde im Aufmarschgebiet der Ordensarmee platziert, aber zu weit nach hinten, um die Aufstellung der Ordenstruppen ernsthaft zu behindern. Der Deutsche Orden legte einen großen Sumpf, der als Flankenschutz auf der eigenen Hälfte des Schlachtfelds geplant war, aber auf der Hälfte der Fatimiden landete. In der Mitte war alles frei, was den berittenen Ordensverbänden sehr gelegen kam.

(1)

(1) Die Fatimiden stellten ihre Armee zuerst auf. Sie platzierten ihre Infanterie, die hauptsächlich aus Bd (I), ein paar Bd (X) sowie einigen Ax (S), die von Ps unterstützt wurden, bestand, in einer Linie auf. Rechts stand ein größeres Kommando berittener Truppen aus Cv (S), Cv (O) und LH, links standen auch einige Berittene (Cv (O)), aber weniger. Außerdem besetzten sie ganz links noch eine Düne mit ein paar leichten Plänklern. Die Infanterie der Fatimiden bestand durchgängig aus Truppen, die ganz gut gegen Ritter gewappnet sind, entweder durch Rear Supports oder, im Falle der Bd (X), durch einen Quick Kill.

Die Ordensarmee bestand aus einem C-in-C-Kommando mit Infanterie (Bogenschützen, Speerträgern und Plänklern) und Leichter Reiterei, sowie zwei mehr oder weniger identischen Kommandos mit schweren Rittern, überwiegend im Keil formiert.

Der Plan war einfach: Mit den Ordensrittern so schnell wie möglich nach vorne stürmen und so viele gegnerische Truppen in so kurzer Zeit wie möglich vernichten. Das Infanteriekommando sollte mit vorrücken und zumindest die linke Seite der Ritterlinie schützen, wobei die leichte Infanterie die Düne klären sollte. Die Leichte Reiterei war dazu vorgesehen, den Rücken der Ritter freizuhalten. Die rechte Seite der Ritterlinie würde wohl oder übel recht ungeschützt sein.

(2)

(2) Die Schlacht begann - erwartungsgemäß, möchte man sagen - mit dem Vorrücken der Reiterei des rechten Flügels der Fatimiden, um die rechte Flanke der Ordensarmee zu bedrohen. Dagegen hat die Ordensgeneralität die Leichte Reiterei aus dem linken Kommando eiligst entsandt sowie zwei Einheiten Kavallerie aus dem rechten Ritterkommando abkommandiert. Auf der linken Seite machten sich vier fatimidische Kavallerie-Einheiten auf den Weg um die Düne herum, um die Ordensarmee auch auf dieser Seite zu bedrohen.

Der Blick von oben auf das Schlachtfeld ergab das Bild einer drohenden Einkesselung der Ordensarmee, und sie hätte Grund gehabt, alle Hoffnung fahren zu lassen. Aber die schweren Ordensritter hatten ihr Ziel vor Augen und sind Runde für Runde weiter vorausgestürmt, immer geradeaus, der gegnerischen Infanterielinie entgegen...

Zwischenzeitlich konnten die Ordens-Plänkler die Düne vollständig von den fatimidischen Plänklern säubern, aber das war nur ein Nebenkriegsschauplatz. Auch die Kavallerie-Einheiten, die der Fatimiden-General auf der linken Seite um die Düne herum geschickt hatte, erwies sich nicht wirklich als große Gefahr - im Verlauf der Schlacht konnten zwei der vier Kavallerie-Einheiten ausgeschaltet werden.

Auf der rechten Seite sah die Lage kritischer aus, da die Fatimiden mit einer Übermacht an Reiterei die Flanke der Ordensarmee bedrohten, aber dennoch gelang es der fatimidischen Reiterei nicht, hier durchzubrechen, ja, es wurde eigentlich nicht einmal der Versuch eines konzertierten Angriffs auf die Leichte Reiterei der Ordensarmee unternommen (So stellte es sich zumindest aus Sicht der Ordensgeneralität dar. Ob es an mangelndem Elan, mangelnden PIPs oder sonst woran lag, wagt die Ordensgeneralität im Nachhinein nicht mehr einzuschätzen).

(3)

(3) Schließlich kam es im Zentrum zum Zusammenprall. Es waren harte, blutige Kämpfe. Die fatimidischen Bd (X) wurden vollständig vernichtet, und auch die Bd (I) und Ax (S) mussten Verluste hinnehmen. Aber auch die Ordensritter büßten an Männern und Pferden ein, vor allem am rechten Ende der Linie, wo ein effektiver Flankenschutz aus Mangel an Truppen nicht möglich war und die Ritterlinie bedroht war, aufgerollt zu werden. Das Ziel der Ordensritter war deshalb, innerhalb der Zeit, die die Schlacht mutmaßlich noch dauern würde, so viel Schaden wie möglich zu verursachen, so dass die gegnerische Armee bestenfalls eine Runde früher gebrochen wird, als die eigene.

(4)

(4) Und das ist im Prinzip auch genauso aufgegangen: Mit viel Glück gelang es einem der Ritterkeile, einen gegnerischen General umzubringen! Der Fatimiden-General hatte in der Runde zuvor einen Ritterkeil des Ordens vernichtet, aber für den Preis, dass er nun isoliert stand und mit einem Ritterkeil plus Overlap attackiert werden konnte. Der Verlust des Generals führte dazu, dass sein Kommando gebrochen wurde, und die Übertragung der Strafpunkte ließ die gesamte Armee der Fatimiden zusammenbrechen.

Ein knappes und auch unerwartet glückliches Ende für den Deutschen Orden! Noch eine Runde länger hätte die Ordensarmee wahrscheinlich nicht durchgehalten!

Einzig mit der Leistung der Ordens-Infanterie war ich nicht ganz so zufrieden. Einerseits war sie auf dem Nebenkriegsschauplatz in der Düne erfolgreich und konnte auch den Einfall der fatimidischen Kavallerie links aufhalten, aber die Mehrzahl der Speerträger und Bogenschützen stand mehr oder weniger einfach rum (wobei die Bogenschützen wenigstens in Schussdistanz standen, allerdings keinen Schaden erzielten). Andererseits sah ich auch keinen Grund, diese Truppen in den Kampf zu werfen, da die linke Seite der Ritterlinie ganz gut geschützt war und sich als Gegner nur Bd anboten, die sogar noch von zwei Irr Kn begleitet wurden. Da hielt ich es für klüger, die Infanterie einfach zurückzuhalten und auf den Erfolg der Ordensritterkeile zu setzen. Wie dem auch sei, ich werde trotzdem auf jeden Fall ab jetzt wieder häufiger Ordensarmeen mit einer Infanterie-Komponente spielen, nachdem ich die ganzen letzten Partien mit dem Deutschen Orden immer reine Reiterarmeen aufgestellt hatte...

Es war eine sehr spannende und von beiden Seiten flüssig und stringent gespielte Partie. Diese Partie hat mich gelehrt, dass man nicht die Nerven verlieren sollte, auch wenn sich die Schlinge zuzieht. Ruhig zu bleiben und seinen Plan zu verfolgen, wagemutig weiter vorzustürmen und dann eben auch mal - in so einer Partie wie dieser, in der es "Spitz auf Knopf" steht - auf das nötige Quäntchen Glück zu hoffen, hat sich ausgezahlt.

So dass ich resümierend die Partie unter das Motto stelle: Dem Mutigen hilft das Glück!


Seleucid vs Late Imperial Roman
27.06.2021

Am 27.06.2021 startete endlich die diesjährige Feldzugssaison, nach rund acht Monaten Pause. Meine neuen Seleukiden haben zum ersten Mal ein Schlachtfeld betreten und stellten sich Guidos spätimperialen Römern. Es war eine historisch nicht ganz akkurate Begegnung, denn zwischen beiden Armeen liegen mindestens 400 Jahre, allerdings haben die Seleukiden gegen die republikanischen Vorfahren der späten Römer tatsächlich gekämpft - und seinerzeit böse verloren. Auch meine Seleukiden haben in einer hart umkämpften Schlacht gehörig was einstecken müssen...


(1)

(1) Ich war Verteidiger und favorisierte ein möglichst enges Schlachtfeld, weshalb ich einen Waterway und einen mittelgroßen Difficult Hill gelegt habe, hinzu gesellte sich noch ein mittelgroßer Good Hill, den ich wählte, um ggf. eine gute Stellung für Teile meiner Armee zu erhalten. Guido hat einen Rough Hill und ein flaches Rough-Geländestück gelegt, letzteres ungünstigerweise zentral in meiner Tischhälfte.

Obwohl Guido Angreifer war, musste er seine Armee zuerst aufstellen. Vor meiner Seite aus gesehen hat er links ein berittenes Kommando aus leichter Reiterei und Rittern platziert. Im Zentrum standen, leicht nach hinten versetzt, seine Legionäre sowie Kavallerie in der Reserveposition. Das rechte Kommando bestand aus Auxiliartruppen, die auf dem Hügel Stellung bezogen haben, und einer Abteilung leichter Reiterei hinter dem Hügel. Ich selbst habe auf dem linken Flügel ein Kommando platziert, das vor allem Ritter und leichte Reiterei enthielt, im Zentrum stand meine Phalanx (Pk (O) und Pk (S)) und auf dem rechten Flügel standen, etwas nach hinten versetzt, meine Thorakitai (Ax (S)) auf dem Hügel mit ein wenig leichter Reiterei daneben, sowie einige Ritter hinter dem Hügel.

Ich wollte mein Ritter-Kommando auf dem linken Flügel so offensiv wie möglich einsetzen und die gegenüberstehende römische Reiterei attackieren. Die Phalanx sollte auf gleicher Höhe parallel mit vorrücken. Ich habe die Gefährlichkeit der Legionäre für meine Phalangiten überschätzt, was mich davon abgehalten hat, die Phalanx als die eigentliche Offensivstreitmacht einzusetzen und die Reiterei stattdessen mehr zu schonen. Das rechte Kommando war vor allem mit der Aufgabe betraut, zu verhindern, dass meine Armee ausflankiert wird.

(2)

(2) Meine Truppen sind links und im Zentrum bis fast an die römische Armee herangerückt. Noch bevor die Schlachtreihen aufeinander treffen, entsteht an der linken Flanke meiner Reiterei eine gefährliche Situation durch die in römischen Diensten stehenden hunnischen Söldner, die meiner für den Flankenschutz zuständigen leichten Reiterei qualitativ und quantitativ überlegen sind.

(3)

(3) Links kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen den seleukidischen und römischen Reiter-Verbänden. Meine Ritter bestehen nur aus einer einzigen Reihe, während sich die Römer mit ihrer Reiterei stellenweise in zwei Reihen formiert haben. Es gelingt mir nirgendwo der Durchbruch, stattdessen fressen sich meine Ritter in die römische Schlachtreihe hinein, was sie verwundbar macht. Zudem wird die Gefahr, links außen ausflankiert zu werden, für die Ritter immer größer. Zeitgleich hat meine Phalanx die nach hinten versetzten Legionäre immer noch nicht auf ganzer Linie erreicht. Rechts ist die Lage derweil noch ruhiger, aber auch hier formieren sich die Kontrahenten.

(4)

(4) Mein linkes berittenes Kommando ist sehr rasch gebrochen und alle Einheiten, die bis dahin noch überlebt haben, ergreifen die Flucht. Das römische Reiter-Kommando hat praktisch keine Verluste zu beklagen, ist jedoch zu diesem Zeitpunkt überaus unorganisiert und in viele Einzelteile zerfallen. Das verschafft mir etwas Zeit, im Zentrum mit meiner Phalanx gegen die Legionäre vorzustoßen, was alles in allem recht erfolgreich ist. Ganz rechts außen dagegen entwickelt sich die Lage für meine berittenen Truppen, wie zuvor schon auf dem entgegengesetzten Flügel, nicht gut, da diese zwar erfolgreich, aber verwundbar sind und sich in gefährliche Positionen manövrieren.

(5)

(5) Die römische Reiterei des von mir aus gesehen linken römischen Flügels hat sich reorganisiert und ist bereit, meiner Phalanx in den Rücken zu fallen. Diese ist zu diesem Zeitpunkt recht erfolgreich, läuft aber nun Gefahr, von drei Seiten attackiert zu werden, da auch einige Legionäre noch leben. Letztlich entscheidend ist die Situation ganz rechts außen, wo meine Ritter einer numerischen Übermacht gegenüberstehen und es mir nicht gelingt, ihre Flanken ausreichend zu schützen. Die Verluste summieren sich dort, was zur Folge hat, dass die komplette Armee schließlich bricht.

Ich habe das erste Mal mit einer hellenistischen Armee, die dazu noch aus meinen eigenen Figuren bestand, in dieser Konstellation gespielt. Es hat Spaß gemacht, wenngleich ich von Beginn der Schlacht an einen fragwürdigen Plan verfolgt hatte. Das berittene Kommando war gegen die tiefer aufgestellten Römer auf verlorenem Posten und zudem von Anfang an gefährdet, ausflankiert zu werden. Ich hätte sie wohl ebenfalls tiefer staffeln und als Unterstützung für das Phalanx-Kommando, das als die eigentliche Offensivstreitmacht hätte fungieren sollen, einsetzen sollen, statt umgekehrt. In gewisser Weise haben die Ritter ihre Attacke zu früh und die Phalanx ihren Angriff zu spät begonnen. Die Durchschlagskraft der Phalangiten gegen die Legionäre hatte ich tatsächlich ebenso unterschätzt wie die Verwundbarkeit der Ritter...


Teutonic Orders vs Early Russians
25.07.2021

Am vergangenen Sonntag sind Franks Frühe Russen und mein Deutscher Orden in den eisigen Ebenen Russlands auf einer schönen, dazu passenden Wintermatte in einer 400-Punkte-Partie aufeinander getroffen. Um sogleich mit einer Ernüchterung zu beginnen und das Ergebnis vorwegzunehmen: Wir müssten aus Zeitgründen ca. ein bis zwei Runden vor dem vermutlichen Ende der Schlacht aufhören und haben uns auf ein Unentschieden geeinigt - bzw. Frank hat gemeint, ich hätte wohl gewonnen, während ich annehme, Frank hätte gewonnen... Also insofern ein faires und gerechtes Ende für ein ungemein spannendes und streckenweise nervenaufreibendes Gefecht.
(1)

(1) Der Deutsche Orden war (wie fast immer) Angreifer und durfte als Zweiter aufstellen, die Russen haben verteidigt und mussten als Erste das Kampffeld beziehen. Als Geländeteile wählten beide Seiten ausschließlich Sümpfe (Marsh) - Frank legte drei mittelgroße, optisch schöne Geländestücke und ich einen großen, weniger schönen, aber ich wollte einen Sumpf in maximaler Größe als Flankenschutz, und der war nur in der Filzausführung verfügbar.

Franks Russen liefen mit drei Kommandos auf: Das erste Kommando bestand aus Cv (O), ein paar Kn (O) sowie LH (O) und wurde auf dem rechten russischen Flügel platziert. Das zweite, zentrale Kommando bestand aus einer ordentlichen Masse an Cv (O), während das dritte, linke Kommando ein reines Infanteriekommando war, das hauptsächlich aus Sp bestand, die beidseitig von Bw flankiert wurden; dazu gesellten sich einige Ax und Ps. Da die russische Armee von irregulären Generälen befehligt wird, erfolgt keine feste Zuordnung der PIP-Würfel.

Mein Deutscher Orden bestand aus drei Kommandos, wobei zwei davon identisch waren und hauptsächlich aus Kn (S) in der ersten Reihe bestanden, mit Kn (O) dahinter (ich habe in dieser Schlacht mal nicht mit der doppelbasierten Variante gespielt, weil diese keinen Quickkill gegen die Massen an Cv, die den Russen in ihren Armeen zur Verfügung stehen, haben). Außerdem gab es in den beiden Kommandos noch je drei LH (O) und eine Cv (I), die flexibel als Flankenschutz, zum Ausflankieren oder zum Lücken füllen eingesetzt werden können. Mein drittes Kommando (mit dem C-in-C) bestand ausschließlich aus Infanterie, und zwar einem Mix aus Sp, Bw, Ax, Ps und Hd zu je ungefähr gleichen Teilen. Dieses Kommando habe ich an dem großen Sumpf verankert, mehr oder weniger dem russischen Infanteriekommando gegenüber - seine Aufgabe sollte es sein, die russische Infanterie daran zu hindern, maßgeblich in der Schlacht einzugreifen. Denn die eigentliche Hauptaufgabe war den beiden berittenen Kommandos vorbehalten, die geradeaus stürmen und die Cv des zentralen russischen Kommandos zerschmettern sollte. Demgemäß hatte ich die PIP-Würfel folgendermaßen zugeordnet: Der höchste und mittlere PIP werden gemittelt und dem ersten und zweiten Kommando zugeteilt, der niedrigste PIP wird dem dritten Kommando zugeteilt.

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(2) Die ersten Runden der Schlacht verliefen dem Plan gemäß, da die russische Generalität insgesamt recht inaktiv war bzw. wenig dazu tat, ihre Truppen in günstigere Positionen zu manövrieren. Meine Kn stürmten rasch vor, wobei das linke Kommando etwas verzögert vorrückte, aus Furcht, russische Reiterverbände aus dem rechten Kommando der Russen könnten ihm in die Flanke fallen. Diese Furcht war jedoch unbegründet, da das rechte russische Kommando sich lediglich geradeaus vor bewegte - die Cv/Kn ziemlich langsam, die LH ganz außen etwas schneller. Ich habe entschieden, gegen dieses rechte Kommando der Russen nur meine LH-Verbände aus meinen beiden Reiterkommandos abzukommandieren und zu hoffen, dass insgesamt sechs LH (O) ausreichen, um meine linke Flanke solange zu sichern, bis die Kn in der Mitte einen Erfolg erringen! Mein rechtes Infanteriekommando ließ ich nur langsam vorrücken, weil sich auf der gegenüberliegenden Seite bei den Russen auch nichts tat und ich die Russen auf diesem Flügel nicht unnötig zu Aktionen provozieren wollte.

(3)

(3) In dieser Phase der Schlacht sind die Truppen beider Seiten im Zentrum bereits aufeinander getroffen, wo es zu heftigen Kämpfen kam. Meine Kn aus dem zweiten Kommando haben es geschafft, eine ausreichende Menge an russischen Cv zu vernichten und infolge dessen durch die russischen Reihen hindurch zu brechen. Die Kn aus dem ersten Kommando sind aber beim Versuch, ebenfalls durchzubrechen, stecken geblieben. Insgesamt waren meine Kn nicht überaus motiviert (oder hinreichend trainiert oder wie auch immer), weil sie extrem schlecht gekämpft haben: Ich habe mindestens drei Kn (S) im Kampf gegen russische Cv verloren, weil sie von der Cv im Kampfergebnis gedoppelt wurden. Sehr ärgerlich!

Rechts sind Teile meiner Infanterie inzwischen weiter vorgerrückt und haben ebenfalls in den Kampf eingegriffen, da die Gefahr bestand, dass meine Kn in ihrer rechten Flanke von Teilen der russischen Infanterie, die sich mittlerweile in Richtung Zentrum bewegt hatten, bedroht würden. Auf meinem linken Flügel hat sich zu diesem Zeitpunkt nichts Wesentliches ereignet - ganz außen haben sich die LH der Russen und des Deutschen Ordens gegenüberliegend positioniert und belauern sich, während meine drei anderen LH damit beschäftigt sind, die zahlen- und kräftemäßig haushoch überlegenen Cv und Kn des ersten russischen Kommandos zu beschäftigen (die Kämpfe haben meine LH dort überlebt, mussten teilweise als Resultat aber fliehen).

(4)

(4) Im Zentrum spitzen sich die Ereignisse in dieser Phase zu: Meine Kn aus dem ersten (linken) Kommando haben es weiterhin nicht geschafft, durch die russischen Cv-Verbände durchzubrechen. Die Verluste summierten sich, und schließlich ist dieses Kommando gebrochen. Doch auch die Verluste, die das russische zentrale Kommando durch die Attacken der Kn des Deutschen Ordens erleiden musste, führten schließlich dazu, dass auch das russische Kommando gebrochen ist.

Mein zweites Kn-Kommando war noch in gutem, einsatzfähigem Zustand und ist in dieser Phase der Schlacht dabei, sich neu zu formieren und nach rechts hin zu orientieren, um die russische Infanterie anzugreifen. Dasselbe Ziel verfolgen Teile meiner Infanterie. Auf diese Weise, so die Hoffnung, kann die russische Infanterie von zwei Seiten in die Zange genommen werden. Links ergeht es meinen LH, die bis hierhin ihre Aufgabe eigentlich zufriedenstellend erfüllt hatten, nicht gut - links außen erleiden sie Verluste gegen die mittlerweile vorgerrückten russischen LH, während die LH, die die russischen Cv/Kn in Schach hielten, infolge des erwähnten Brechens des Kommandos, dem sie zugeordnet sind, vom Schlachtfeld fliehen müssen. Die Russen haben dadurch auf ihrem rechten Flügel bis auf ein letztes verbliebenes meiner LH faktisch keinen Gegner mehr, bei voller eigener Kampfstärke.

(5)

(5) Spät, aber möglicherweise nicht zu spät nutzen die Russen die entspannte Lage auf ihrem rechten Flügel und ziehen mit Teilen ihrer Reiterei in Richtung Zentrum, mit dem Ziel, den Deutschordenstruppen in den Rücken zu fallen. Inzwischen ist das zentrale russische Kommando "geshattered", was zur Folge hat, dass alle Truppen dieses Kommandos vom Schlachtfeld fliehen. Mein erstes (linkes) Kommando ist weiterhin "nur" gebrochen und verfügt Runde für Runde über ausreichend PIPs, um die verbliebenen vier Kn auf dem Schlachtfeld halten zu können (im blauen Kreis).

Rechts gehen meine Kn gemeinsam mit Teilen meiner Infanterie gegen die russische Infanterie vor und schaffen es relativ schnell, das russische Infanteriekommando in den Status "disheartened" zu versetzen. Leider habe ich für mein Infanteriekommando, dem ja der niedrigste PIP zugeordnet wurde, in dieser Phase der Schlacht zu wenig PIPs zur Verfügung, um alle Verbände dieses Kommandos effektiv einzusetzen. Zumindest die Sp und Bw tun weitgehend ihren Dienst; um die Ax und Ps wunschgemäß zu manövrieren reichen die PIPs oftmals nicht mehr.

(6)

(7) Die Endphase der Schlacht. Jetzt rücken fast alle der verbliebenen russischen Reiterverbände in Richtung der Deutschordenstruppen vor. Dem Orden gelingt es lediglich, gegen diese Bedrohung von oben her zwei Kn, die um 180° gewendet haben, sowie von rechts her einige Ax und Bw aufzubieten. Dafür entwickelt sich die Situation gegen das russische Infanteriekommando für den Deutschen Orden weiterhin vorteilhaft: Die Kn und Sp des Ordens rücken erfolgreich vor, während die Russen dagegen lediglich mit einem Schwenk ihrer Sp-Linie antworten können, der aber die Gefahr eines Zangenangriffs durch die Ordenstruppen nicht maßgeblich bannt.

Wie oben erwähnt, wurde die Schlacht zu diesem Zeitpunkt abgebrochen. Der Ausgang stand in dieser Endphase "Spitz auf Knopf". Wäre es den Ordenstruppen gelungen, so schnell wie möglich ausreichend Infanterietruppen der Russen zu vernichten, so dass mit dem Brechen des ohnehin bereits dishearteten russischen Infanteriekommandos die gesamte russische Armee brechen würde? Oder wäre der russischen Reiterei, die von der linken Seite herangeeilt war, der entscheidende Schlag gegen die an diesem Ort nicht gerade vorteilhaft positionierten Truppen des Deutschen Ordens gelungen (dessen Verluste sich inzwischen auch der 50%-Marke näherten)? Es wäre in dieser Phase stark auf die Ergebnisse der Kampfwürfel angekommen, da für beide Kontrahenten nur einige wenige Kämpfe über das Schicksal der gesamten Armee entschieden hätten...

Ein spannendes und nervenaufreibendes Spiel in angenehmer Atmosphäre ⁣   


Polybian Roman vs Later Carthaginian
29.08.2021

Am 29.08.2021 trafen sich die Armee der Römischen Republik und die von Hannibal angeführte karthagische Armee zu einer spannenden Schlacht, die sich auf einem sehr engen Areal - im Wesentlichen auf und um einen großen Hügel herum - ereignete. Es war sowohl der erste Einsatz für meine neue Armee "Polybian Roman" als auch für Jans neue Armee "Later Carthaginian". In dieser sehr lange dauernden und sehr taktisch geführten Schlacht gelang es den Römern, auf den letzten Metern einen Sieg zu erringen!
(1)

(1) Wie es sich gehört, war Hannibal der Angreifer, d.h. die Römer durften mehr Gelände legen, mussten ihre Armee aber als Erste aufstellen. Um die karthagischen Truppen zu behindern und einen Vorteil für die eigenen Truppen zu erzielen, wählte ich möglichst viel raues bzw. schweres Gelände: Ein großer Hügel (raues Gelände) konnte in meiner rechten Tischhälfte platziert werden, ein Weinberg (schweres Gelände) landete in der hinteren karthagischen Hälfte ganz am Tischrand, ein flaches raues Geländestück konnte aus Platzgründen nicht gelegt werden. Ich positionierte praktisch meine komplette Armee, die natürlich überwiegend aus Legionären (Bd (O) ) bestand, auf dem großen Hügel, lediglich die Reiterei nahm hinter dem Hügel Aufstellung. Meinem großen Kommando mit überwiegend Legionären (Kommando 1) teilte ich den höchsten PIP-Würfel zu, das Kommando 2, das überwiegend aus Legionären und Kavallerie bestand, erhielt den mittleren PIP-Würfel, während dem Kommando 3, das ausschließlich aus Auxilia-Truppen bestand, der niedrigste PIP-Würfel zugeordnet wurde.

Jan wählte einen schweren und einen rauen Hügel, die aber beide für die Schlacht, die ausschließlich in meiner rechten bzw. der karthagischen linken Tischhälfte stattfand, keine Bedeutung hatten. Seine Armee stellte Jan hauptsächlich in seiner linken Tischhälfte, mehr oder weniger dem Hügel gegenüber, auf. Sie hatte ein Übergewicht an berittenen Truppen gegenüber meiner Armee und als Besonderheit vier Elemente mit Elefanten, die den Marsch über die Alpen offenbar gut überstanden hatten.

(2)

(2) Die römische Hügelposition ist sehr stark, da die Karthager in ihrer Armee kaum Truppen mitführen, die für den Geländekampf geeignet sind. Trotzdem verleitet ihre Hitzköpfigkeit die römische Generalität dazu, die Schlacht mit einem Verlassen des Hügels zu eröffnen. Überzeugt von der Angriffstärke der Legionäre hatte ich keine Lust auf eine Defensivstrategie und wollte so schnell wie möglich die Entscheidung mit einem Frontalangriff suchen! Die Reiterei zog ich nach links, um die karthagische Reiterei in Schach zu halten, wollte aber hier einen tatsächlichen Kampf wegen meiner Unterlegenheit möglichst lange hinauszögern. Wie sich im Nachhinein herausstellte war mein einzig wirklich guter Zug in dieser Phase der Schlacht die Disposition zweier Auxilia-Elemente nach rechts außen, um die Karthager an meiner rechten Flanke an Marschbewegungen zu hindern (blauer Kreis).

(3)

(3) Hannibal reagiert auf den Vorstoß der römischen Infanterie lehrbuchmäßig, indem er seine Kavallerie in eine Position stellt, von der aus er die Flanke der vorrückenden, ungeschützten Legionen ins Visier nehmen kann. Den exponierten römischen Truppen droht das Schicksal einer Kesselschlacht - eine Gefahr, welche die römische Generalität zur Vernunft bringt und sie ihre Truppen mit einer 180°-Wende zurück auf den Hügel beordern lässt! Auch die römische Reiterei wird zurückbeordert, damit sie sich neu formieren kann. Die numidische leichte Reiterei der Karthager rückt unterdessen Richtung römischer linker Flanke vor, und die karthagischen Auxilia-Verbände rücken, wenn auch langsam, an der römischen rechten Flanke vor.

(4)

(4) In dieser Phase der Schlacht formieren sich die Truppen neu, ohne dass es bereits zu Feindkontakt kommt. Die römischen Legionen, die in der ersten Runde vorgestürmt sind, haben nach einer erneuten 180°-Wende wieder auf dem Hügel in etwa in ihrer vormaligen Ausgangsposition Stellung bezogen. Die römische Reiterei nimmt in der Engstelle zwischen dem eigenen Lager und dem Hügel Aufstellung, wo die numerisch überlegene Reiterei der Karthager ihre Stärke nicht optimal ausspielen kann. Die karthagische Reiterei beginnt dennoch damit, sich den berittenen römischen Truppen gegenüber stehend zu formieren.

Die karthagischen Auxilia-Einheiten, die mittlerweile alle den Weinberg verlassen haben, befinden sich auf ihrem Vormarsch gegen die rechte römische Flanke. Gegen diese Bedrohung stellen die Römer nicht bloß ihre eigenen Auxilia-Einheiten des Kommandos 3, sondern ziehen auch leichtbewaffnete Psiloi aus den beiden Legions-Kommandos ab (aus dem Kommando 1 die Velites, aus dem Kommando 2 - das ansonsten vorerst in seiner Reserve-Position am unteren linken Rand des Hügels verharrt - die syrakusanischen Schleuderer). Hier kommt ganz klar der Vorteil einer räumlich kompakten Defensivstellung zum Tragen, in der die Wege kurz sind und die PIPs aufgrund sonstiger weitgehender Inaktivität in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. (Während sich für Hannibal schon bald die Schwierigkeit ergeben sollte, sein weit auseinandergezogenes Kommando 1 effektiv befehligen zu können...)

Die karthagischen Speerkämpfer nebst den Elefanten bleiben weiterhin regungslos an Ort und Stelle stehen, aber Hannibal zieht die ihnen beigestellten Psiloi-Elemente in Richtung seiner Auxilia-Verbände zur Unterstützung der dortigen bevorstehenden Kämpfe ab.

Kurze Zeit später wurde von der römischen Generalität übrigens in Erwägung gezogen, aus der Defensive doch noch in die Offensive zu kommen: Wenn nämlich, so die Überlegung, die Reiterverbände beider Armeen am unteren Tischrand schlussendlich in den Kampf verwickelt sind, könnten die Legionen des Kommandos 1 abermals versuchen, den Hügel zu verlassen und, wie gleich zu Beginn schon einmal versucht, gegen das karthagische Kommando mit den Speerträgern und den Elefanten stürmen - dann aber ohne die Bedrohung ihrer linken Flanke durch die anderweitig gebundene karthagische Reiterei. Dieser Plan wurde aber nicht umgesetzt, weil lange Zeit immer noch zu viele Einheiten karthagischer Reiterei ungebunden und frei auf dem Schlachtfeld manövrieren konnten, was es ihnen ermöglicht hätte, doch wieder einen Flankenangriff (wenn auch diesmal in geringerer Zahl) zu unternehmen.

(5)

(5) In dieser Phase spitzen sich die Ereignisse zu - es wird viel manövriert und es kommt zu ersten Gefechten! Die karthagischen Speerträger und Elefanten haben offenbar genug vom Warten und setzen sich in Richtung des von den Römern gehaltenen Hügels in Bewegung, um Druck aufzubauen. Gegen diesen Vormarsch unterstützen die Römer ihre Schlachtreihe mit einem Teil der Legionäre aus dem Kommando 2, das bis zu diesem Zeitpunkt quasi als Reserve fungiert hatte. Der andere Teil der Legionäre aus diesem Kommando wurde schon etwas früher an den Rand der anderen, rechten Seite des Hügels geschickt, um gegen die angreifenden karthagischen Auxilia-Truppen Stellung zu beziehen. Ganz rechts am Hügel sind die römischen und die karthagischen Auxilia bereits in Nahkämpfe verwickelt, die recht langwierig sind, wenngleich die Karthager mit der Zeit die Oberhand gewinnen werden. Links unten sind Teile der Reiterei beider Kontrahenten blutig aufeinander getroffen. Die römische Kavallerie ist unerwartet stark und hat, dank einer Reihe glücklicher Kampfwürfel, bereits die Hälfte der numidischen leichten Reiterei vernichtet!

(6)

(6) Mittlerweile hat die römische Reiterei ihre karthagischen Kontrahenten praktisch ausgelöscht, unter minimalen eigenen Verlusten. Und Hannibal persönlich geriet gar unvermittelt in Gefahr, als einige Einheiten römischer Legionäre die Chance ergriffen hatten, den Feldherrn direkt anzugreifen (roter Kreis), was dieser aber überlebt hat. Aber auch für die Römer wird es an anderer Stelle nun prekär, da ihr Kommando mit den Auxilia-Truppen vernichtet wurde, bis auf dessen General, der tapfer noch bis zum Ende der Schlacht durchhalten sollte! Um die Lücke zu füllen, welche die Auxilia hinterlassen haben, senden die Römer ihre Triarii-Reserve aus dem Kommando 1 in Richtung des Ortes, an dem die Auxilia positioniert waren. Auch vorne rechts am Hügelrand kommt es zu Kämpfen, aber die römischen Legionäre verteidigen ordentlich gegen die anstürmenden Auxilia der Karthager. Die karthagische Schlachtreihe mit den Speerkämpfern und den Elefanten ist einstweilen am Fuß den Hügels zum Stillstand gekommen, noch unschlüssig, ob sie die Attacke wagen.

(7)

(7) Die Endphase der Schlacht. Die karthagischen Speerträger und die Elefanten haben letztlich trotz der starken römischen Defensivstellung den Angriff den Hügel hinauf gewagt, da die karthagische Reiterei weitgehend ausgelöscht ist und den karthagischen Truppen auch auf der rechten römischen Flanke kein Durchbruch gelungen ist, trotz weiterhin schwerer Kämpfe dort. Die Speerträger und Elefanten sind jedoch nahezu chancenlos, weil die Römer nicht nur von einem Kampfbonus durch die erhöhte Hügelstellung profitieren, sondern die Karthager für ihre Truppen auch einen Kampfabzug aufgrund des rauen Geländes erhalten. Folgerichtig ist das Gros der Speerkämpfer und alle Elefanten nach kurzen, heftigen Kämpfen vernichtet, und die gesamte karthagische Armee bricht infolgedessen zusammen... Das Ende der Schlacht!

Es war eine sehr spannende Partie, wie ich sie in dieser Form noch nie erlebt hatte, da ich noch nie in einer so starken Defensivstellung, mit fast der gesamten Armee auf engstem Raum auf einem Hügel, positioniert war. Das war eine ungewohnte Situation, und gleich in der ersten Runde beging ich mit der Entscheidung, lieber eine Offensivschlacht zu schlagen, insofern auch einen großen Fehler - den ich aber sofort und ohne negative Konsequenzen für den weiteren Schlachtverlauf korrigieren konnte.

Die republikanische römische Armee gefällt mir sehr gut! Sie hat definitiv das Potential, sich zu einer meiner Lieblingsarmeen zu entwickeln. Mir gefällt die Kompaktheit bei gleichzeitiger Robustheit und ich bin gespannt, wie sie sich bei einer anderen Geländekonstellation schlagen wird. Die relative Unterlegenheit an Reiterei könnte sich in offenem Gelände noch zu einer spielerischen Herausforderung entwickeln...


Polybian Roman vs Later Carthaginian
05.09.2021

Am 05.09.2021 trafen sich die Römer und die von Hannibal angeführten Karthager zu einem Rematch ihres Aufeinandertreffens vom Sonntag davor. Die Armeen waren exakt dieselben, aber die Schlacht entwickelte sich vollständig anders: Statt einer römischen Defensivschlacht auf einem Hügel führten beide Kontrahenten ihre Armeen in eine klassische offene Feldschlacht, die in ihren Manövern und dem ganzen Verlauf sehr an historische Vorbilder erinnerte, so dass - zumindest bei mir - das Gefühl aufkam, einer wirklich realistisch geführten antiken Schlacht beizuwohnen - mehr kann man von einem historischen Tabletop-Regelwerk nicht erwarten!
(1)

(1) Anders als bei der letzten Begegnung waren die Karthager dieses Mal die Verteidiger und durften mehr Gelände als die Römer legen. Sie wählten viel schweres Gelände, von dem der überwiegende Teil in der (hier und im Folgenden stets von den Römern aus gesehenen) linken Tischhälfte landete, wobei zwei kleine Wälder eher mittig sowohl in der römischen wie der karthagischen Aufstellungszone gelegt wurden. Die Römer wählten einen großen Sumpf als Flankenschutz, der am rechten Tischrand platziert werden konnte.

Hannibal musste seine Truppen als Erster aufstellen. Sein großes Kommando, bestehend aus Speerkämpfern, Elefanten und Kavallerie positionierte er zentral. Flankiert wurde es von einem Kommando numidischer leichter Reiterei, in Marschposition hinter einem großen Berg, auf dem einen Flügel sowie einem Kommando mit Auxilia-Truppen, die hinter dem Sumpf Aufstellung nahmen, auf dem anderen Flügel. Die Römer stellten sich den Karthagern direkt gegenüber auf, in klassischer Anordnung: Vorne die leichtbewaffneten Velites, dann zwei Reihen Legionäre, in der hinteren, dritten Reihe die Triarii als Reserve. Rechts wurde die schwere Infanterie flankiert von leichtbewaffneten syrakusanischen Schleuderern, die im Sumpf standen, links nahm ein Teil der Auxilia vor dem Wald Aufstellung, während der andere Teil der Auxilia isoliert ganz weit links auf der Außenposition stand. Etwas unglücklich musste die Kavallerie, die dem Kommando 3 zugeordnet ist, rechts hinter der Infanterie positioniert werden. Wie beim vorigen Mal erhielt das Kommando 1 den niedrigsten PIP, Kommando 3 den mittleren und Kommando 2 den höchsten PIP.

Der Schlachtplan der römischen Generalität war wie folgt: Die schwere Infanterie der Kommandos 2 und 3 sollte möglichst rasch geradeaus gegen die karthagischen Reihen vorrücken. Die ebenfalls mit vorrückenden Schleuderer und die Auxilia sollten rechts bzw. links für Flankenschutz sorgen. Die Abteilung Auxilia ganz links auf der Außenposition sollte den großen Berg erklimmen, um von dort Marschbewegungen der karthagischen Reiterei zu behindern und etwaigen karthagischen Verbänden, die um den Berg herum - ob entlang dessen unterer Seite oder entlang dessen rechter Seite - operieren, in die Flanke fallen zu können. Die römische Kavallerie sollte so schnell wie möglich im Rücken der eigenen Truppen nach links eilen, um gegenüber der karthagischen Kavallerie in der Lücke zwischen dem Berg und der römischen Infanterielinie Aufstellung zu beziehen.

(2)

(2) In der ersten Runde verläuft alles einigermaßen planmäßig für die römische Armee. Die links stehenden Auxilia erklimmen den Berg, die Kavallerie zieht so schnell wie möglich in die linke Tischhälfte. Allerdings verbleibt die Schlachtreihe mit den Legionären und einem Teil der Auxilia, anders als geplant, vorerst an Ort und Stelle, da ein zu schnelles Vorrücken die linke Flanke der Reihe zu stark exponiert hätte, bevor die römische Kavallerie dort Aufstellung beziehen kann. Hannibal dagegen rückt im Zentrum vor, aber nur mit langsamen Schritten. Ganz rechts marschiert ein Teil der karthagischen Auxilia-Verbände in Kolonne durch den Sumpf, die Gefahr eines Angriffs auf die römische rechte Flanke oder sogar in den Rücken der römischen Armee heraufbeschwörend. Trotzdem bleibt die römische Generalität gelassen und verfolgt weiter ihren Plan - einzige Reaktion ist vorerst das Vorziehen der syrakusanischen Schleuderer im Sumpf in Richtung der karthagischen Truppen, um hier Gegendruck aufzubauen.

Unerwartet in den Augen der Römer ist das Manöver der karthagisch-numidischen Reiterei, die sich in zwei Teile aufspaltet, wobei der kleinere Teil ganz links außen um den Berg herum reitet und der größere Teil in Kolonne in die Lücke zwischen dem Berg und der karthagischen Kavallerie stürmt. Gegen die drohende Gefahr der um den Berg reitenden Numider entsenden die Römer ihre kretischen Bogenschützen aus dem Kommando 2 auf einen langen Marsch durch den Wald bis in die linke Tischhälfte (wohl wissend, dass diese leichtbewaffneten Truppen gegen leichte Reiterei geringe Chancen haben, aber die römische Generalität vertraut ihren Truppen).

(3)

(3) Mittlerweile geht es voran: Die römische schwere Infanterie rückt vor, da die römische Kavallerie inzwischen auf dem linken Flügel eingetroffen ist (wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Linie formiert). Die Legionäre im Zentrum rücken am Weitesten vor, um Druck aufzubauen, die Legionäre rechts und die Auxilia links bleiben etwas zurück, decken aber die Flanken ihrer Kameraden im Zentrum. Ganz rechts im Sumpf bewegen sich zwei Abteilungen karthagischer Auxilia-Verbände auf die römische Flanke zu. Gegen die Gefahr eines Angriffs in ihrem Rücken wird die Triarii-Reserve aus dem mittleren Kommando 2 in Richtung des Sumpfes abkommandiert.

Das Hauptproblem für die Römer in dieser Phase (und allen folgenden) der Schlacht ergibt sich daraus, dass die Schleuderer ganz rechts im Sumpf relativ bewegungsunfähig sind, da es sich um irreguläre Truppen handelt, die für komplizierte Manöver zu viele PIPs verbrauchen würden. Dies sollte aber letztlich - Fortuna sei Dank! - keine negativen Konsequenzen für die Römer bis zum Ende der Schlacht haben. Während die Hauptschlachtlinie der Karthager vorerst zum Stillstand gekommen ist, agieren Teile der numidischen Reiterei unentschlossen und ziehen sich wieder hinter die karthagischen Reihen zurück. Der Rest der Numider reitet unterdessen ganz links außen weiter um den Berg herum, jedoch wegen mangelnder PIPs recht langsam. Die gegen diese Gefahr abkommandierten kretischen Bogenschützen befinden sich weiterhin auf dem Marsch nach links. Gegen die römische Auxilia-Einheit, die schon zuvor Aufstellung am Fuß des Berges bezogen hatte, um etwaigen karthagischen Reitertruppen in die Flanke fallen zu können, entsendet Hannibal einige Leichtbewaffnete, die den Berg erklimmen.

(4)

(4) Für die Römer verläuft weiterhin alles planmäßig, während die Karthager in dieser mittleren Phase der Schlacht unter einigen miserablen PIP-Würfen leiden (drei Runden hintereinander erzielen die Generäle der einzelnen Kommandos fast nur 1en und 2en!). Während die gesamte Infanterielinie der Römer weiter entschlossen auf das karthagische Zentrum hin vorrückt, hat die römische Kavallerie endlich ihre Kampfformation eingenommen (blaues Rechteck). Ein Teil der Kavallerie ist durch vorgelagerte Auxilia-Truppen verdeckt, was der Enge des Aufmarschraums und ebenfalls einem Mangel an PIPs geschuldet ist - das ist unglücklich, aber nicht gravierend. Rechts haben die Triarii gegen die karthagischen Auxilia, die sich im Sumpf befindet, Stellung bezogen (blauer Kreis rechts). Einige der karthagischen Auxilia-Truppen greifen im Sumpf die römisch-syrakusanischen Schleuderer an - der allererste Kampf im Verlauf dieser Schlacht!

Auf der gegenüberliegenden Seite, in der linken Tischhälfte, haben die kretischen Bogenschützen an einer sehr günstigen Position, nämlich der Engstelle zwischen dem Berg und dem Weingut, Stellung bezogen (blauer Kreis links). Die römische Auxilia am Fuß des Berges hat sich unterdessen umformiert und rückt gegen die karthagischen Leichtbewaffneten auf dem Berg vor. Die karthagisch-numidische Reiterei schließlich stößt in langer Kolonne im Zentrum zwischen den karthagischen Reihen hervor, um einen Angriff auf die den römischen Legionen vorgelagerten leichtbewaffneten Velites zu unternehmen.

(5)

(5) In dieser Phase der Schlacht sind die Armeen beider Seiten auf der gesamten Breite des Schlachtfelds aufeinander gestoßen und es entbrennen Nahkämpfe an allen Stellen, von ganz links bis ganz rechts. Die römischen Legionäre im Zentrum sind außerordentlich erfolgreich in ihrer Attacke auf die karthagischen Speerkämpfer und Elefanten - an einer Stelle ist den Legionären bereits der Durchbruch gelungen! Die Reiterverbände beider Armeen, römische und karthagische Kavallerie, sind noch in zähem Kampf verwickelt, der aufgrund des relativen Gleichgewichts sowohl in Kampfkraft als auch in Truppenstärke recht langwierig verläuft. (Die der römischen Reiterei vorgelagerten Auxilia-Truppen sind bereits zuvor von der karthagischen Kavallerie nahezu ausgelöscht worden.) Ganz links entwickelt sich der Kampf zwischen den römischen Bogenschützen und den numidischen Reitern heftig, aber unentschieden: Beide Seiten haben zu diesem Zeitpunkt die Hälfte ihrer Truppen, die sie an dieser Stelle ins Feld geführt haben, verloren. Rechts im Sumpf unterliegen die römischen Schleuderer langfristig den karthagischen Auxilia-Truppen, die jetzt frei stehen (roter Kreis) - dies war zu erwarten, aber die Schleuderer haben ihre Aufgabe, den Flankenangriff der Karthager aufzuhalten bzw. zu verzögern, heldenhaft erfüllt. Insgesamt nimmt die Lage an dieser rechten Flanke für die Römer zu keiner Zeit in der Schlacht wirklich kritische Ausmaße an, bedingt durch die erwähnte PIP-Krise der Karthager...

(6)

(6) Die Schlussphase der Schlacht. Die karthagischen Speerkämpfer und Elefanten sind fast vollständig ausgelöscht, bei minimalen römischen Verlusten unter den Legionären, die freie Bahn haben, ihre Gegner hart zu flankieren. Auch auf dem Berg entscheiden die römischen Auxilia-Truppen den Kampf gegen die karthagischen Leichtbewaffneten für sich. Das Gefecht zwischen der römischen und karthagischen Kavallerie tobt weiterhin unentschieden; hier halten sich die Verluste auf beiden Seiten in Grenzen. Es gelingt den Karthagern nicht mehr, mit ihrer um den Berg herum geführten numidischen leichten Reiterei der römischen Kavallerie in den Rücken zu fallen - die Römer können es sich sogar leisten, eine einzelne Kavallerie-Abteilung nach hinten abzuziehen, um die wenigen verbliebenen Numider aufzuhalten (blauer Kreis). In der letzten Runde der Schlacht brechen alle drei Kommandos der Karthager schließlich, während die römische Armee noch weitgehend intakt ist.

Die Schlacht hat, wie schon diejenige davor, sehr viel Spaß gemacht. Die römische Armee ist, wenn sie ihren Vorteil voll ausspielen kann, im frontalen Nahkampf sehr stark und hat dennoch genug Spezialtruppen, um auf etwaige Gefahrensituationen beispielsweise durch Angriffe gegen die Flanken der Armee reagieren zu können. Ich war recht zufrieden mit dem Verlauf der Schlacht, weil ich meinen Plan, den Hauptteil der Armee auf den Großangriff gegen das karthagische Zentrum zu konzentrieren, durchführen konnte und mich nicht habe ablenken lassen durch die karthagischen Aktionen rechts und links von meiner Hauptschlachtlinie. Auf all diese Aktionen konnte ich durch den Einsatz minimaler Mittel, welche die Schlagkraft der Hauptarmee nicht reduzieren, antworten. Hinzu gesellte sich das für ein erfolgreiches Schlachtenergebnis nötige Glück, denn Hannibal wurde streckenweise von mäßigen PIP-Würfeln und unterdurchschnittlich miesen Kampfwürfeln geplagt...