D.O.N.A.L.D.


Die Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus e.V. (D.O.N.A.L.D.) ist ein 1977 gegründeter, über 1000 Personen umfassender Verein, deren Mitglieder sich der Duck-Familie und dem von ihr bewohnten Universum verschrieben haben.

Im Sinne der Satzung strebt die D.O.N.A.L.D. insbesondere die massenhafte Verbreitung donaldistischen Gedankengutes an und tritt ein für die Etablierung des Donaldismus in Bildungseinrichtungen. Ein wesentliches und grundlegendes Element des Donaldismus ist die intensive Erforschung des Duck-Universums (und dies mit gutem Gewissen, wird doch seit Descartes bekanntlich Wissenschaft nicht durch den Gegenstand, sondern allein durch die Methode definiert!). "Es ist der Spaß am Aufbau eines umfassenden fiktiven Universums samt seiner kritischen Verarbeitung, der diese Forscher antreibt. Es ist auch der Spaß am Skurrilen, Besonderen, Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.)Ausgefallenen" (Henner Löffler). Und es ist nicht zuletzt auch eine - liebevoll und augenzwinkernd gemeinte - Wissenschaftsparodie.

Dabei zeichnet sich die donaldistische Wissenschaft durch eine ungemeine Universalität aus, beherbergt sie doch die unterschiedlichsten Wissensgebiete (von den klassischen Wissenschaften bis hin zu spezifisch Entenhausener Wissenschaftszweigen). Ziel aller Bemühungen ist eine möglichst umfassende Rekonstruktion der Entenhausener Welt, welche v.a. - und im Falle des Barksismus ausschließlich - auf der visuellen Überlieferung von Carl Barks und der sprachlichen Überlieferung von Dr. Erika Fuchs fußt. Nur deren "Berichterstattung" aus Entenhausen wird von der Mehrzahl der Donaldisten als authentische Informationsquelle über Entenhausen akzeptiert - Produkte anderer Zeichner/Texter haben für den Donaldisten apokryphen Charakter: es sind bloße der Phantasie entsprungene Comic-Geschichten. Ob nun, gemäß einer populären Theorie, Entenhausen als real existierender Ort in einem Paralleluniversum ("stella anatium-Theorie") angenommen wird und man damit den Schritt wagt, fiktionales als real existierend zu erklären, oder diesem Schritt nicht in letzter Konsequenz gefolgt werden kann, ist letztendlich irrelevant, solange eine wesentliche und für das Verständnis v.a. unserer Welt sinnige Einsicht erfolgt: Entenhausen ist ein Zerrbild unserer (realen) Gesellschaft; diese Abbildung funktioniert - gemäß eines bekannten donaldistischen Diktums - zugleich als Mahnung und Vorbild.

Donaldistisch bearbeitete und teilweise gelöste Themen sind unter anderem die geographische Lage Entenhausens, die Erforschung physikalischer, häufig auch von unseren Erfahrungen abweichender Phänomene, der Stammbaum der Duck-Familie, die Existenz Duck'scher Zähne, der ökonomische Aufstieg Dagobert Ducks, Militär und Justiz in Entenhausen, und vieles andere mehr. Diese Aufzählung soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Palette noch zu lösender Probleme ebenso lang ist, denn, wie Wissenschaft nun einmal so ist, jede Antwort wirft auch neue Fragen auf.

Veröffentlicht werden diese Ergebnisse ausnahmslos in der Zeitschrift "Der Donaldist", welche mit den Aufgaben eines Zentralorgans der D.O.N.A.L.D. betraut ist. Seine Aufgaben sind die Förderung des Donaldismus im allgemeinen und die Bekämpfung der Feinde desselben, als da sind: Vulgär-, Anti- oder Undonaldismus sowie Kommerzialismus. Veröffentlicht werden im "Der Donaldist" neben den einschlägigen Forschungsbeiträgen aber auch Berichte aller Art, sofern sie einen Bezug zum donaldistischen (Vereins-)Leben haben. Der Behandlung spezieller Themen widmen sich darüber hinaus noch eine Anzahl Sonderhefte des "Der Donaldist", die in unregelmäßiger Folge erscheinen. - Die ehrwürdige F.A.Z. widmet sich dem Thema Donaldismus mit folgenden Worten: "Der intellektuelle Standard der Beiträge [im Fachmagazin Der Donaldist] ist so hoch, wie es die Materie erlaubt. Die meisten der federführenden Donaldisten sind Akademiker. Hierin ähnelt die D.O.N.A.L.D. den Unsinnsklubs des späten neunzehnten Jahrhunderts, die auch ihren Esprit an eben noch erreichbaren Gegenständen erprobten." (23.4.1998)

Neben dem Interesse für die Forschung und dem Verfassen schriftlicher Beiträge widmen sich viele Mitglieder auch einer breiten Palette von Aktivitäten innerhalb der D.O.N.A.L.D. Insbesondere der alljährlich an einem anderen Ort stattfindende Kongress, die Zwischenzeremonie und das Mairennen erfreuen sich großer Beliebtheit und haben einen festen Platz im Vereinsleben. Aber auch diverse Stammtische der Landesgruppen oder die Mitgliedschaft in einer der zahlreichen Unterorganisationen bieten Möglichkeiten zur Artikulation. Eine passive Mitgliedschaft (wie sie u.a. auch der Autor dieser Zeilen vorzieht) ist natürlich auch möglich, denn keine Teilnahme ist zwingend ("jeder ist so Donaldist, wie es ihm passt", wie es treffend in der offiziellen Infobroschüre heißt!).

Bei Interesse oder weiterführenden Fragen informiert (neben dem Autor dieser Zeilen) die offizielle Homepage der D.O.N.A.L.D.: www.donald.org. Dort ist auch die Infobroschüre erhältlich (auf deren Aussagen auch dieser Text teilweise fußt), sowie Informationen zum Mitgliedsbeitrag und dem Bezug des "Der Donaldist" und ein Online-Mitgliedsantrag.


Und lieg' ich dereinst auf der Bahre

Hymne der D.O.N.A.L.D.