Lion Rampant - Dies und Das


Tabletop beim Altstadtfest in Neu-Isenburg

Am 13. Juni 2026 war es so weit: Das Altstadtfest in Neu-Isenburg stand an, und ich durfte mein Lion-Rampant-Projekt im Stadtmuseum "Haus zum Löwen" präsentieren. Unter dem passenden Motto "Geschichtsnerdismus" gab es hier für geschichtsinteressierte Laien und neugierige Besucher einen tiefen Einblick in das Hobby und die regionale Historie.

Im Mittelpunkt meiner Präsentation stand die spätmittelalterliche Frankfurter Truppe aus 28mm-Figuren von Perry Miniatures, die rund um das Jahr 1389 und die Ereignisse der Kronberger Fehde angesiedelt ist. Für die Ausstellung hatte ich die Figuren auf einer gestalteten Grasplatte mitsamt passendem Gelände arrangiert, ergänzt durch kleine Displayschilder für die einzelnen Trupps.

Da es mir wichtig war, den historischen Kontext greifbar zu machen, habe ich die Figuren mit reichlich Infomaterial flankiert:

  • Die visuelle Vorlage: Eine DIN-A2-Reproduktion des berühmten Gemäldes "Niederlage der Frankfurter in der Schlacht bei Eschborn" (um 1500, Original im Historischen Museum Frankfurt) inklusive einer ausführlichen Bildbeschreibung.
  • Heraldik & Recherche: Ein DIN-A3-Acrylaufsteller zeigte meine Recherchen zu den zeitgenössischen Frankfurter Fahnen und Wappen.
  • Spiel vs. Realität: Auf einem DIN-A5-Aufsteller habe ich kurz erklärt, wo die Unterschiede zwischen einer typischen Lion Rampant-Warband (sortiert nach Truppentypen wie Armbrustschützen oder schwerer Infanterie) und der tatsächlichen Organisation echter spätmittelalterlicher Truppen liegen.
  • Und dann das große Ganze: Ein großes Roll-up-Banner fasste das Projekt zusammen - von der Motivation über den lokalen Bezug bis hin zum ewigen Tabletop-Dilemma der historischen Akkuratesse.

Neben meiner Frankfurter Truppe präsentierte mein Spielekumpel Florian sein eindrucksvolles Büdinger Aufgebot für Lion Rampant, sowie - ein absolutes Highlight der Ausstellung - eine großartige, detailverliebte Geländeplatte des Vereins "Spieltrieb Frankfurt", die die Kronberger Fehde optisch perfekt in Szene setzte.

Die Resonanz war großartig! Es hat riesigen Spaß gemacht, den Besuchern zu zeigen, wie viel historische Recherche in den kleinen Figuren steckt und wie das Tabletop-Hobby Geschichte lebendig machen kann. Vielen Dank an das Stadtmuseum für die Einladung und an alle, die vorbeigeschaut und Fragen gestellt haben!


Wehrhof Rebstock

Zusätzlich zu meiner Frankfurter Truppe kann ich mittlerweile auf eine umfangreiche Geländesammlung blicken, bestehend unter anderem aus Hügeln, Felsen, Bäumen, Fachwerkhöfen, Zäunen, Straßen, einem See und einem Fluss. In diesem Kampfbericht sieht man einige der Stücke. Darüber hinaus habe ich die Sammlung um einen Wehrhof ergänzt. Die Wehrhöfe waren Teil der Frankfurter Landwehr, welche selbst wiederum Teil der Frankfurter Stadtbefestigung war, mit dem die Reichsstadt ihr Territorium schützte. Mit dem Bau der Landwehr wurde Ende des 14. Jahrhunderts begonnen; einzelne Überbleibsel sind noch heute im Stadtbild erhalten, vor allem die Warten, z.B. die Galluswarte oder die Friedberger Warte.

Die Landwehr, die sich im Abstand von ca. zwei Kilometern um die Stadt zog, bestand hauptsächlich aus undurchdringlichen Hecken und Gräben, beinhaltete aber auch einzelne wehrhafte Gehöfte, wie den Gutleuthof, den Kühhornshof oder den Riederhof (von welchem noch das Eingangsportal nahe dem Ratswegkreisel an der Hanauer Landstraße erhalten ist). Auch der Rebstockhof unweit meiner Wohnung im Frankfurter Westen war befestigt, wie ein historischer Kartenausschnitt von 1551 zeigt, auch wenn er aufgrund seiner exponierte Lage nicht zur eigentlichen Landwehr gehörte.

Der "Rebstocker Hofe" aus einem Kartenausschnitt von 1551.


Würfelbrett

Ich habe mir eine schöne Ergänzung zu meiner Frankfurter Truppe gegönnt: Ein selbstgebautes Würfelbrett mit dem Gemälde von der Schlacht von Eschborn. Bestehend aus einem IKEA-Bilderrahmen (Västanhed, 20 x 25 cm), einem von einem Druckdienstleister bedrucktem Mousepad und Filz in der Stärke von 1 mm für die Innenränder.


Impressionen in 3D

Hier zeige ich Impressionen einiger meiner Lion Rampant-Kämpfe in Anaglyph-3D, einem stereoskopischen 3D-Effekt, der durch das Kodieren des Bildes für jedes Auge mit Filtern in verschiedenen Farben, typischerweise Rot und Cyan, erreicht wird. Man benötigt die entsprechenden Brillen, damit der Effekt eintritt. Viel Spaß beim Betrachten (Bilder durch Klicken vergrößern für ein eindrucksvolleres Erlebnis)    


Setztartschen im Selbstbau

Die übermannsgroßen Schilde, sogenannte Setztartschen, für meine "Große Frankfurter Büchse" habe ich selbst gebastelt. Die Vorlage entstammt dem exzellenten Buch Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter von Matthias Herzer.

Im Folgenden eine kurze Beschreibung des Herstellungsprozesses:

Diese Duschgelflasche hat eine optimale Wölbung und eine gute Stabilität.

Die beiden Schilde lassen sich leicht mit einer Haushaltsschere herausschneiden; das zentrale "Guckloch" wird mit einem normalen Papierlocher ausgestanzt.

Zur Simulation der Holzstruktur auf der Rückseite eignet sich Krepp-Papier, wie es z.B. im Blumenfachhandel Verwendung findet.

Die Vorderseite soll den Eindruck eines leinenartigen Überzugs erwecken, hierzu habe ich ein entsprechend strukturiertes Klebeband verwendet.

Das Klebeband hat einen überlappenden Saum, der auf der Rückseite umgeschlagen wird. Fixiert wird es mit "Nieten", die ich aus Resten eines Spritzgussrahmens aus dem Modellbau hergestellt habe.

Das "Guckloch" erhält auf der Vorderseite einen Schutz, der aus einem "Buckler" (kleines Schild) aus einer der Perry-Figurenboxen besteht, in den ich mit einem kleinen Bohrer mehrere Löcher hinzugefügt habe.

Die Schilde werden aufgestellt. Hierfür habe ich Lanzen aus einer der Perry-Figurenboxen zweckentfremdet.

Die bemalten Setztartschen.

Die fertig modellierten und basierten Setztartschen.